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Die bittersüße Welt des Amaro

Eigentlich umfasst der Begriff Amaro nur italienische Kräuterliköre, doch weil der Name so schön klingt, wird er alltagssprachlich auch für Bitter aus anderen Ecken der Welt verwendet. Das soll uns nicht stören. Hergestellt wird der Amaro, indem Kräuter, Wurzeln, Rinden, Zesten, Blüten, Gewürze und was Mutter Natur sonst noch hergibt, in Alkohol eingelegt werden. Gesüßt werden darf auch, so entsteht die charakteristische, bittersüße Note. Rhabarber und Bitterorangen, Enzian, Veilchenwurzel, grüne Walnüsse und Chinarinde sind nur einige der beliebten Zutaten. Im Fachjargon werden diese Botanicals genannt – das klingt gleich mehr nach Amaro und weniger nach Omas Kräuterarznei.

Aus den Klöstern in die Bars

Apropos Arznei. Dass viele Regionen ihre ganz eigenen Bitterspezialitäten haben, liegt daran, dass die geheimnisvollen Kräuter-Tinkturen und Auszüge früher als Medizin verwendet wurden. Vor allem für den Magen wurde den alkoholischen Kräutertrünken positive Wirkung nachgesagt. Viele Rezepturen lassen sich daher bis ins späte Mittelalter zurückverfolgen. Es gibt zahlreiche italienische Bitterliköre: Aperolund Campari, Ramazzotti und Averna, Vecchio Amaro del Capo, Amaro Montenegro und Fernet Branca. Deutschland steuert den berühmten Jägermeisterbei, Spanien seinen Licor 43, Frankreich den Chartreuse.

 

So genießt man den Amaro

In Studentenkreisen ein beliebter Absacker, für die ältere Generation ein wohltuender Digestif – genießt man den Amaro pur, schmeckt er am besten gut gekühlt. Gerne wird der Amaro mit einem Spritzer Zitronensaft verfeinert, oder – man denke an Campari Orange – mit Orangensaft. Als Zutat für Cocktails (z.B. Negroni, Americano) verleiht ein Schuss Amaro Struktur und Frische. Man sieht schon, bieder und fad war gestern. Der Amaro hat seinen festen Platz in den Bars dieser Welt und sollte auch in keiner Hausbar fehlen – da könnten wir übrigens behilflich sein. 😉  



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